Was heißt hier "agil"? 

Wir arbeiten agil – die ganze Firma mit allen Konsequenzen. Aber was heißt „agil“  eigentlich konkret? Fangen wir mal ganz von vorne an:

2001 stiegen 17 engagierte Softwareentwickler auf einen Berg und kamen mit dem Agilen Manifest wieder runter. Es war ihre Reaktion auf das Scheitern vieler, vieler langwieriger Wasserfall-Projekte und ihre praktischen Erfahrungen mit leicht-gewichtigeren Ansätzen.

Der Kern des agilen Manifest sind vier Werte: Agile Manifesto
Da bleiben viele stehen. Schade, denn es gibt noch zwölf dahinterliegende Prinzipien, die konkreter und umsetzbarer sind: The Twelve Principles of Agile Software

Warum ist es eine gute Idee agil zu arbeiten?

Fangfrage: Ist es gar nicht unbedingt immer. In unserem Kontext ist es aber eine gute Idee. Um das zu erklären, bemühen wir gerne das Cynefin-Modell (sprich: Künefin) und unseren Scrum Master Philipp, der es dir erklärt:

Warum arbeiten wir agil?

2009 stand sipgate am Scheideweg. Tim Mois bringt es in einem Interview mit Berlinvalley auf den Punkt:

Die Umsätze stimmten, doch intern hakte es. Das Unternehmen wurde langsamer und weniger produktiv. Mit dem Wachstum kamen mehr und mehr Probleme. Je mehr Mitarbeiter wir einstellten, desto unstimmiger wurden die internen Prozesse, was sich auf die Weiterentwicklung unserer Produkte auswirkte.

Damals waren wir so um die 60 Mitarbeiter. Updates stellten wir nur ca. alle 6 Monate (unter großen Schmerzen) live. 6 Monate sind für ein SaaS-Produkt eine Ewigkeit.

Durch agile Arbeitsweisen hofften wir unsere Produkte öfter ausliefern zu können. Das hat auch geklappt. Und außerdem noch so viel mehr: hat uns das (damals) neue kleinschrittige, iterative Vorgehen ermöglichst früh Kundenfeedback in die Entwicklung einzubeziehen. Wir versuchen immer größere Projekte in kleinere, aber Kundenwert schaffende Arbeitspakete zu unterteilen.

Rückblickend wird auch klar, was uns damals fehlte: eine Kommunikationsstruktur und eine Entscheidungskultur.

Es fehlte schlichtweg an einer funktionierenden Kommunikationsstruktur. Die Folge: Entscheidungen wurden vertagt, Informationen gingen verloren, die Softwareentwicklung stagnierte. Hinzu kam, dass fast jegliche Entscheidung von Thilo und mir getroffen wurde. Sind wir mal nicht dazu gekommen, lag das Projekt eben solange auf Eis.

Glücklicherweise kam Christian eines schönen Tages an mit einem Buch über Scrum, dem bekanntesten agilen Framework. Der Rest ist Geschichte.

Nachdem wir 2010 mit Scrum anfingen haben wir kurz danach Kanban und Lean entdeckt. Vereinfacht gesagt, ist „Lean“ deutlich älter als „Agil“. Es entstand in den 1950ern bei Toyota in Japan im Bereich der industruiellen Fertigung. Agil enstand in den 90ern in westlichen Ländern im Bereich Softwareentwicklung und enthält viele leane Ideen. Beides hat unsere Art zu denken stark beeinflusst.

Über lean und agil hinaus wünschen wir uns, dass du Initiative zeigst, mit uns Innovationen schaffst und unternehmerisch handelst. Wir handeln zweckorientiert mit dem Ziel, Veränderungen dann auszulösen, wenn es sinnvoll ist. Dafür brauchst du den Willen, Verantwortung zu übernehmen und Dinge anzupacken. Mach mit, das wird großartig!